Das Braunschweiger Friedensbündnis übergab am 8. Juli 2013 die Flagge der MAYORS FOR PEACE im Rathaus an Ratsmitglied Susanne Schmedt (GRÜ). Der Oberbürgermeister und sein 1. Stellvertreter sind in Urlaub, einen weiteren Stellvertreter konnten wir nicht finden; aber weltweit wird mit dem Flaggentag auf die Verantwortung der Bürgermeister und der Politiker für den Frieden hingewiesen. Das Friedenszentrum hatte das OB-Büro gebeten, dass das Rathaus die Flagge anschaffen und zeigen sollte, da Braunschweig Mitglied ist – so wie es Salzgitter und Wolfenbüttel getan haben. Aber BS weigert sich.

Der 8. Juli 1996 war der Tag, an dem der Internationale Gerichtshof die Atomwaffen in strenger Form ächtete. Seither haben alle 5 Jahre Nichtweiterverbreitungskonferenzen stattgefunden ohne großen Erfolg.

Wenn die Regierenden es nicht schaffen, so die Meinung der MAYORS, dann müssen die Menschen an der Basis damit anfangen Druck auszuüben. Schließlich haben die Mayors bei den Konferenzen zur Abschaffung Rederecht. Und die BewohnerInnen der Städte wären die ersten, die den Tod erleiden müssten. Daher heißt die Kampagne: Cities are not Targets!

Wir bitten weiterhin um Spenden für die Flagge, die 100 € kostete.

Andreas Niederdeppe referierte am 20.06.2013 über seine Reisen in Nordkorea.

In den ersten Monaten dieses Jahres wurde die Aufmerksamkeit unsanft auf Demokratischen Volksrepublik Korea (Nordkorea) gelenkt, wo der junge Machthaber Kim Jong-un oder Kim Cho(ngu(n, der die dritte Generation der Kim Ills verkörpert, die USA und ihre Verbündeten in der Region mit Atomwaffen bedrohte. Bei dieser Gelegenheit wurde klar, wie wenig verlässliche Kenntnisse es über dieses verschlossene Land gibt. Wenn sich auch die politisch-militärische Situation inzwischen wieder entspannt hat, war der Vortrag des Funkamateurs und Nordkorea-Reisenden Andreas Niederdeppe aus Heiligenhaus in der Reihe „Wege zu einer Kultur des Friedens" desFriedenszentrums Braunschweig eine willkommene Informationsmöglichkeit für eine Anzahl von interessierten Besuchern, die sich dann auch rege an der Diskussion beteiligten. Und das trotz der tropischen Hitze dieses Tages.

Niederdeppe, der das Land vielfach privat bereiste, aber für wertvolle Kontakte vor allem im landwirtschaftlichen Bereich verantwortlich war, sorgte in seinem Vortrag für eine Entmystifizierung der „Demokratischen Republik Korea", wie der offizielle Titel des Landes lautet. Er wolle keinen politischen Vortrag halten, betonte er. Dass die zahlreichen Details, die er berichtete, sich dennoch zu einem politischen Bericht zusammenfügten, war aber unvermeidlich. Niederdeppe verschwieg nicht die strikte Überwachung, der die ausländischen Gäste unterlagen. Er wies auf die unübersehbaren Symbole eines ausgeprägten Führerkultes hin (der älteste, längst verstorbene Kim Ill Sun, gilt offizielle immer noch als Staatsoberhaupt!). Andererseits berichtete er vom Umgang mit freundlichen und trotz aller materiellen Einschränkungen durchaus lebensfrohen Menschen.

Dabei spielt Hunger eine unübersehbare Rolle im Lande, vor allem nach dem Kollaps des Ostblocks und der Ausweitung des US-amerikanischen Embargos. Fruchtbarer Boden ist knapp in einem Land, das zu 80% aus Gebirgen besteht. Niederdeppe ging, unterstützt von Braunschweiger Experten aus dem Julius-Kühn-Institut am Messeweg, auf die Bemühungen der Regierung ein, die landwirtschaftlichen Erträge zu optimieren. Man erfuhr manches über Kartoffelanbau und den Aufenthalt junger nordkoreanischer Agrarwissenschaftler in Braunschweig vor einigen Jahren. Bemerkenswert war u. a., dass die Wissenschaftler das in Braunschweig erlernte in Nordkorea exakt umsetzten und sich dadurch der Kartoffelanbau sehr positiv gestaltet hat. Sehen Sie hier die Situation zum Hunger und Aktionen auf der Seite von UNICEF.

Über die politische Zukunft des Landes konnte Niederdeppe verständlicherweise keine Prognosen machen. Eine Opposition gibt es nicht; die Menschen setzen auf die Fortentwicklung ihres Landes. Dessen Ehrgeiz ist es, als Atommacht respektiert zu werden, weil das dem Schutz vor fremder Invasion zuträglich wäre. Unter diesen Bedingungen könnte der übermächtige Militärhaushalt reduziert und mehr Geld in die Infrastruktur und den Energiesektor gesteckt werden, die beide daniederliegen. Das Problem scheint zu sein, dass wenn die Atomwaffen akzeptiert würden, dass dann Japan und Südkorea auch Atomwaffen verlangten , wie der Referent ausführte. Also wird sich voraussichtlich in absehbarer Zukunft nicht viel ändern in Korea, zumal keiner von dessen Nachbarn eine Wiedervereinigung wünscht. Niederdeppe hofft, dass Bildung und vorsichtige Kontakte zu einem weltoffeneren Staat führen könnten.


Ingeborg Gerlach

 

 

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