Vortrag von Professor Ulrich Menzel am 19.11.2015

Um die Kennzeichen fragiler Staatlichkeit darzustellen, stellte Prof. Menzel das „zivilisatorische Hexagon“ von Dieter Senghaas dem „Hexagon fragiler Staatlichkeit“ von Ulrich Schneckener gegenüber. In beiden Modellen werden sechs Punkte als sich gegenseitig bedingende Faktoren für den jeweiligen Zustand eines Staates herausgestellt.

In seinem Vortrag zeigte er die Veränderungen auf, die sich seit Ende des Kalten Krieges bei bewaffneten Konflikten ergeben haben. Die Charakteristika der sog. Neuen Kriege sind beispielsweise, dass es keine Kriege zwischen zwei Staaten sind, sondern zwischen befeindeten Gruppen.


Die Akteure sind unter anderem Warlords mit Privatarmeen. Asymmetrisch sind Kriege, bei denen die technische Ausstattung zwischen den Gegnern von unterschiedlichem Standard ist. Oft wird das Kriegsvölkerrecht missachtet. Der Frontverlauf variiert. Durch Schattenökonomie oder Schutzgelderpressung werden diese Kriege finanziert. Professor Menzel zeigte den Zusammenhang zwischen Staatssouveränität und Wahrung der Menschenrechte (Charta der UN, Allgemeine Erklärung der Menschenrechte).

Und er stellte dar, welche Faktoren in demokratischen Gesellschaften Frieden gewähren. Es habe auch früher schon asymmetrische Kriege gegeben, z.B. Kolonialkrieg. Eine seiner Thesen lautet, dass solche Kriege mit modernen Interventionsarmeen nicht zu gewinnen sind.

Ungefähr 80 Teilnehmer hörten den Vortrag. Wegen der fortgeschrittenen Zeit war die anschließende Diskussionsrunde nur kurz.

Gabriele Canstein

 

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