Frieden nach außen und im Innern der Gesellschaft ist ein sehr gefährdetes Gut. Moderne Waffen können alles Leben auslöschen. Dauerhafter Frieden und gewaltfreie Lösungen von Konflikten setzen aber eine neue Lebenskultur weltweiter Gerechtigkeit und Solidarität voraus, die wir erst entwickeln müssen. Diese Kultur baut auf präziseren Informationen auf, als sie die Medien liefern, fordert selbstbewusste Bürgerinnen und Bürger und einen anderen Umgang mit Tradition, Erziehung und Politik. Unsere Vortragsreihe "Wege zu einer Kultur des Friedens" in der Volkshochschule will zum Nachdenken über und zum Engagement für eine Kultur des Friedens anregen.

Übersicht aller bisheriger Veranstaltungen der Vortragsreihe (1999-2016)

 

 

Vortrag von Ingrid Meyer-Legrand am 15.08.2013 im Rahmen unserer Ausstellung

Der Vortrag der Berliner Psychotherapeutin Ingrid Meyer-Legrand wurde am 15.08.2013 im Speicher der Alten Waage vom Friedenszentrum Braunschweig in seiner Reihe WEGE ZU EINER KULTUR DES FRIEDENS präsentiert. Er bezog sich auf die aktuell vom Friedenszentrum im Rahmen seines Projekts zum „Jubiläumsjahr 1913“ im Foyer der VHS Alte Waage gezeigte Ausstellung. Bis zum 6.9. läuft dort die Ausstellung „Von Kriegszitterern, Sanitätsoffizieren und Helferinnen – Trauma und Psychiatrie im Ersten Weltkrieg“.

Als der Vortrag startete, erwartete die Vortragende ein gespanntes Plenum. Zunächst erklärte Frau Meyer-Legrand, was genau ein Trauma ist. Es resultiert immer aus einem schlimmen Ereignis, das die psychischen Kapazitäten eines Menschen sprengt. Wird das Trauma dann gar nicht oder falsch aufgearbeitet, entsteht für die betroffene Person ein großes Problem, das ihm sein normales tägliches Leben unmöglich machen kann. Die Umwelt der Person hat dabei einen ausschlaggebenden Einfluss auf die Intensität der Symptome. In einer besonders harten Art und Weise sind Soldaten davon betroffen. So wurden im Irakkrieg 4.486 US-Soldaten getötet – nach ihrem Einsatz selbst getötet haben sich 2.676! Und sehr viele kämpfen immer noch gegen die Folgen des Kriegseinsatzes. 2011 gab es bei der Bundeswehr 922 posttraumatisierte Störungen.

Am 16.5. präsentierte die Literaturgruppe des Friedens-zentrums vor 30 Gästen im Speicher der Alten Waage im Rahmen unserer Reihe WEGE ZU EINER KULTUR DES FRIEDENS eine Lesung zum Friedensnobelpreisträger Albert Schweitzer.

Sie war einer der Beiträge zu unserem Projekt „1913 - Aufstieg und Niedergang“. Der Dom hatte eine Ausstellung und einen Film zu Albert Schweitzer gezeigt. Dort war übrigens auch sein Braunschweiger Konzert aus den Zwanziger Jahren nachgespielt worden, mit dem er Spenden einwarb.

Die Literaturgruppe des Friedenszentrums rückte den Pazifisten und Humanisten in den Vordergrund und beleuchtete und seine menschliche Seite näher. Wir stellten ihn als 9. Persönlichkeit in unserer Reihe „Berühmte PazifistInnen“ vor. Dieser Aspekt bleibt leider bei der „Prunk- und Adelsperspektive“ in der Mehrheit der städtischen Projekte zu „1913“ auf der Strecke.

Vortrag von Helmut Käss über Hiroshima und Fukushima am 21.02.2013:

Der Vortrag von Helmut Käss, den er am 21.2.2013 im Rahmen unserer Vortragsreihe WEGE ZU EINER KULTUR DES FRIEDENS hielt, war in drei Teile gegliedert: Zunächst zeigte er den ungefähr 20 anwesenden Personen ein paar Bilder von seiner Reise nach Japan und gab damit einen Überblick über das Thema des Abends bevor er von seinem Besuch des 20. IPPNW-Weltkongresses (Ärzte für die Verhinderung eines Atomkriegs, Ärzte in sozialer Verantwortung) im August 2012 in Hiroshima und einem anschließenden Fukushima-Ausflug erzählte. Danach ging er auf die ICAN-Bewegung ein, die sich für die Abschaffung der Atomwaffen einsetzt und deren diesjähriger Kongress direkt vor dem IPPNW-Kongress in Hiroshima stattfand. Käss ist von der Bewegung sehr fasziniert und ist dabei in Braunschweig eine Ortsgruppe zu gründen.

Was ist ICAN?

Vortrag von Gerhard Piper am 21.03.2013

Am 21.3. referierte Gerhard Piper vom Berliner Informationszentrum für Transatlantische Sicherheit (BITS) in der Alten Waage im Rahmen unserer Reihe WEGE ZU EINER KULTUR DES FRIEDENS über "Einsatz der Bundeswehr im Innern?“

Anlass dazu war der Beschluss eines Gerichts, das offensichtlich die Einsatzmöglichkeiten erweitert hat. Piper stellte seinem Vortrag die gesetzlichen Bestimmungen für Einsätze voran. Er beleuchtete bisherige Einsätze, stellte alte Szenarien aus den Zeiten des Kalten Krieges dar und ging abschließend auf aktuell denkbare Szenarien ein.

Die Gesetzestexte, die solche Einsätze beschreiben, enthalten, so Piper, viel Juristendeutsch und Interpretationsfallen, die viel verschleiern. Zudem sei der Themenbereich bisher noch so gut wie gar nicht erforscht.

Wie stellen sich die potenziellen Akteure dazu?

Vortrag von Prof. em. Hartmut Heuermann  am 17.01.2013

In der Reihe WEGE ZU EINER KULTUR DES FRIEDENS hatte das Friedenszentrum wieder einmal Prof. em. Hartmut Heuermann von der Braunschweiger Uni eingeladen. Bekannt war er uns schon durch seine früheren Vorträge über die USA, über Ideologien und über Feindbilder geworden.

Diesmal war die zentrale Frage: Können wir auf eine Entwicklung in die Richtung Ziviler Konfliktbearbeitung (soft power) anstelle der historisch überbordenden Masse an Kriegen (hard power) hoffen? Der Amerikanist Heuermann stellte die geschichtliche Entwicklung der Kriege und die bekanntesten Autoren für Gewaltfreiheit dar und beantwortete am Ende die Entwicklung vorsichtig positiv.

So sei in Bush ein rücksichtsloser Vertreter der hard power gewesen, während seit der Übernahme der Macht durch Obama mit Zitaten aus seinen Reden zu belegen sei, dass die USA sich langsam einem veränderten, nämlich zivilisierteren Machtbegriff nähern.

Vortrag von Brigitte Riedel am 18.10.2012

… war der Titel eines Vortrages, den Brigitte Riedel (Amnesty international Braunschweig) am 18. Oktober im Rahmen unserer Reihe "Wege zu einer Kultur des Friedens" hielt. Vor vier Jahren, unmittelbar nach der Olympiade in Peking, hatte Frau Riedel schon einmal über dieses Thema referiert, und sie zog die Bilanz, dass die Repression seither größer geworden sei. Seit dem "Arabischen Frühling" sei die Angst der chinesischen Regierung vor den Massen gewachsen. Als Ursache wird die soziale Schieflage angesehen, die durch das ungleichmäßig verteilte Wirtschaftswachstum immer noch zunimmt. Menschenrechtler müssen die immer unberechenbarer werdende Staatsgewalt ebenso fürchten wie die Vertreter von ethnischen oder religiösen Minderheiten. Auch der Protest gegen die – oft gewaltsam praktizierte – Ein-Kind-Poltik führt zur Inhaftierung von Kritikern.

Vortrag von Schulamith Weil am 20.09.2012

Am 20. September hatte das Friedenszentrum Schulamith Weil von der Kurve Wustrow (bei Lüchow) zu Gast. Wir sind sehr froh darüber, dass sie den zuvor eingeladenen Benjamin Blänkner, der leider kurzfristig erkrankt war, so kompetent vertreten konnte.

Die "Kurve" in Wustrow leistet seit mehr als 30 Jahren Bildungs- und Trainingsarbeit für Gewaltfreiheit und Frieden. Weltweit begleitet sie z.Zt. 10 Friedensfachkräfte in Kooperationsprojekten des Zivilen Friedensdienstes (ZFD).

Vortrag von Brigitte Constein-Gülde am 21.06.2012

Im Rahmen unserer Veranstaltungsreihe "Wege zu einer Kultur des Friedens" in der Volkshochschule hielt Brigitte Constein-Gülde am 21. Juni 2012 einen Vortrag zu Ehren ihres Stiefvaters, des Grafikers, Malers und Poeten Erich Constein, der am 24. Juni 2012 100 Jahre alt geworden wäre.

Von Beginn an kam zum Ausdruck, dass zwischen beiden eine sehr warmherzige Beziehung bestand, die das Leben von Brigitte Constein-Gülde stark beeinflusst hat. Ab ihrem 9. Lebensjahr begleitete er das Leben von ihrer Mutter und ihr, nachdem er 1955 aus einer 10-jährigen sowjetischen Kriegsgefangenschaft entlassen worden war. Die Familie zog nach mehreren Stationen nach Braunschweig, wo Erich Constein beruflich als Grafiker tätig war, u.a. für die Braunschweiger Baugenossenschaft, für die er deren Schriftzüge und Logos an ihren Gebäuden fertigte, oder das Braunschweig-Mosaik im EG des i-Punkt-Gebäudes im Heidberg, sowie den sog. Märchenbrunnen aus Metallabfällen im Hauptschulgarten.

Vortrag von Prof. Roth am 15.03.2012 zu Mutbürger und Bürgerinitiativen: Es war eine Ermutigung!:

Das Friedenszentrum e.V. Braunschweig feiert derzeit sein fünfundzwanzigjähriges Jubiläum und hatte aus diesem Anlass Professor Roland Roth (Hochschule Magdeburg / DESI-Institut, Berlin) zu einem Vortrag "Mutbürger – Bürgerinitiativen in der parlamentarischen Demokratie" eingeladen. Es war brechend voll im Speicher der Alten Waage an diesem 15. März 2012 bei dieser 105. Veranstaltung in der Reihe "Wege zu einer Kultur des Friedens".

Roth hatte in seinem im vergangenen Jahr erschienenen Buch über "Bürgermacht" (Edition Körber-Stiftung), die These gewagt, dass wir uns in einer "vorrevolutionären" Situation befinden.

Vortrag von Hamdi Abu Rahma am 19.01.2012

Im Rahmen unserer Vortragsreihe "Wege zu einer Kultur des Friedens" sprach am 19.1. der Palästinenser Hamdi Abu Rahma über die Situation in seinem Heimatort Bil'in.

Das Dorf liegt direkt in der Gegend, wo ab 2005 die israelische Sperranlage errichtet wurde, welche Israel vom Westjordanland trennt. Die Menschen in dieser Region sind primär von Landwirtschaft abhängig, jedoch verloren sie durch die Mauer einen Großteil des Acker- und Weidelandes. Allein durch Verlust von Tausenden Olivenbäumen entstehen jährlich Verluste von 50 Millionen Dollar.

Vortrag von Pastor i.R. Helmut Erchinger am 17.11.2011

40 Millionen Flüchtlinge sind unterwegs, doch nur drei Prozent davon kommen nach Europa. Dennoch schottet Europa sich mit der Grenztruppe "Frontex" ab. Diese Truppe nimmt auf Menschenrechte keine Rücksicht.

Über die weltweite Flüchtlingsproblematik referierte Pastor i.R. Helmut Erchinger am 17. November im Rahmen der Reihe "Wege zu einer Kultur des Friedens", die gemeinsam vom Friedenszentrum und dem Friedensbündnis veranstaltet wird. Herr Pastor Erchinger ist Mitbegründer des "Refugiums".