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In der Veranstaltungsreihe Wege zu einer Kultur des Friedens:
Mittwoch, 27. Mai 2026, 19.00 Uhr, Brunsviga Kulturzentrum - Kleiner Saal, Karlstr. 35, 38106 Braunschweig - Eintritt frei -

Vortrag und Diskussion mit Jürgen Wagner


»Mittelstreckensysteme: Frieden schaffen mit Angriffswaffen?«

Kürzlich legte die US-Regierung die für dieses Jahr angekündigte Stationierung diverser landgestützter US-Mittelstreckensysteme zumindest vorläufig auf Eis. Das ist insofern eine gute Nachricht, da sich diese Waffen für einen potentiellen Erstschlag eignen, um strategische Ziele tief in Russland zu treffen. Landgestützte Waffen verkürzen die Vorwarnzeit und erhöhen damit die Alarmbereitschaft in Russland und das Risiko von Fehlentscheidungen und von gezielten Gegenschlägen. Deutschland droht dadurch zum Kriegsschauplatz zu werden.

Allerdings gibt es keinen Anlass Entwarnung zu geben: Die Bundesregierung will weiter landgestützte Marschflugkörper von den USA erwerben und sie treibt die Entwicklung eigener Waffensysteme dieser Art voran und übernimmt damit auch die dahinterstehende Angriffslogik mit ihrer destabilisierenden Wirkung.

Sie heizt damit eine Rüstungsspirale an: Die Militärausgaben der Nato-Mitglieder stiegen von 896 Mrd. USD (2015) auf 1.588 Mrd. USD im Jahr 2025. Für die Militärausgaben der Bundesrepublik werden für das Jahr 2030 fast 200 Mrd. Euro angepeilt (2021 beliefen sich die Ausgaben nach NATO-Kriterien noch auf 52,4 Mrd. Euro).

Die Pläne der Bundesregierung untergraben die militärische wie auch die soziale Sicherheit.


Jürgen Wagner - Politikwissenschaftler, geschäftsführender Vorstand der Tübinger Informationsstelle Militarisierung (IMI) e.V.

 
Veranstalter: Friedenszentrum Braunschweig e.V., Friedensbündnis BS

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