In der Einleitung wiesen die Vortragenden auf das Deserteursdenkmal an der Magnikirche hin (bzw. die Tafel, die auch an den Diebstahl erinnert) und die Worte von Pfarrer Albrecht Fay: " Den Deserteuren ein Denkmal - sie schaden dem Krieg".

Es ging zum Holocaustgedenktag den Vortragenden der Pax Christi-Gruppe Nordharz beispielhaft um den 1943 als "Fahnenflüchtigen" hingerichteten Heinz Gondlach (* 1923 in Leimbach), um einen junger Arbeiter, der mit 11- 14 Jahren in einem Erziehungsheim lebte und einmal wg. Diebstahls verurteilt worden ist. Nach seiner Haftentlassung durfte er nicht zu seiner Mutter zurück (er wünschte sich, Kraftfahrer zu werden) sondern wurde zur + eingezogen.


Mehrfach verwundet, mehrfach im Lazarett, desertierte er schließlich aus dem Lazarett Bad Harzburg. Er wurde gefangen und kam in U-Haft nach Braunschweig. Kriegsgerichtsrat Biel betrachtete keinerlei entlastende Gründe für seine Verurteilung. Er wurde als 20-Jähriger in der JVA Wf hingerichtet.

Eine Schülergruppe aus Bad Harzburg hatte sich mit dem Schicksal dieses jungen Menschen befasst. Sein Grab mit einem einfachen Erinnerungsstein mit seinen Lebensdaten befindet sich auf einem Gräberfeld des Wolfenbüttler Friedhofs.

Niemand weiß, ob Heinz Gondlach ein in unserem Sinne "politisch denkender" Mensch oder in irgend einer Weise Kriegsgegner war. Alle Deserteure - aus welchen Motiven auch immer - verdienen unsere Achtung.

1993 sagte Dorothee Sölle: Wir müssen "Die Form unserer Fahnenflucht erst noch lernen". Kriegs-Deserteure wurden erst 1999 durch ein Bundesgesetz rehabilitiert.

Gudula Wegmann

 

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