Die Liste der dringend zu schaffenden Gedenkpunkte wurde erarbeitet im Friedenszentrum von Silke Böhme, Andreas Gehlen, Dr. Ingeborg Gerlach, Sylvia Helmold-von-Hinüber, Frieder Schöbel, Brigitte Schulze †, Gudula Wegmann und Helmut Weidemeier.

Stand: 1. Juli 2014



1. Zentrales Mahnmal für Frieden auf dem Platz an der Südseite der Alten Waage errichten


Eine von der Stadt auszuschreibende Skulptur "Frieden" für diesen leeren Platz soll dazu dienen, die Erinnerung an die Kriege und die Gewaltherrschaft im 20. Jahrhundert und für Frieden wachzuhalten. Neben der Skulptur wird der Plan eines Rundgangs zu 8 bis 10 der wichtigsten Gedenkpunkte in der Innenstadt auf einer Bronzetafel dargestellt, auf einer weiteren sind Hinweise auf alle Opfergruppen des 1. und 2. Weltkrieges und der NS-Herrschaft in Braunschweig anzubringen. Dabei soll folgender Text einbezogen werden:


IM ZWEITEN WELTKRIEG ZERSTÖRTEN
ENGLISCHE UND AMERIKANISCHE BOMBEN DIE
HISTORISCHE INNENSTADT FAST VOLLSTÄNDIG.
SIE TÖTETEN CA. 3000 MENSCHEN –
EINE FOLGE DES ÜBERFALLS DEUTSCHLANDS
AUF SEINE NACHBARLÄNDER.


Bezirksrat Innenstadt

 


2. AOK  

- bereits umgesetzt -

AOK-Tafel

Eine Gedenkplatte des Friedenszentrums wurde am 4. Juli 2003 in den Fußweg vor dem Eingang eingelassen.


Im Gebäude der AOK inhaftierte und folterte die SA
ab März 1933 etwa 250 Gegner. Sie töteten hier
BENNO EHLERS, PAUL KRIONSKO, ALFRED MüLLER
ALFRED PERKAMPUS, FRITZ FISCHER, WILHELM KIRCHHOFF
Von hier verschleppten sie 10 Gewerkschafter
und ermordeten sie am 4.7.1933 in Rieseberg.

 


3. Luftschutzkeller Schöppenstedter Straße

- bereits umgesetzt -

Tafel Schöppenstedter Straße

In der schlimmsten Bombennacht zum 15. Oktober 1944 erstickten 96 Menschen im Luftschutzkeller Schöppenstedter Straße 31 (jetzt Gaststätte LOKANTA, vgl. unsere Dokumentation "Braunschweig im Bombenkrieg“, Bd. I, S. 104f.). Am 25. August 2012 wurde eine Gedenktafel des Friedenszentrums eingeweiht.


IM LUFTSCHUTZKELLER SCHÖPPENSTEDTER STR. 31
ERSTICKTEN BEI EINEM BOMBENANGRIFF
AM 15. OKTOBER 1944 96 MENSCHEN.
SIE WURDEN OPFER DES VON NATIONALSOZIALISTEN
BEGONNENEN ZWEITEN WELTKRIEGS.



Bezirksrat Innenstadt

 


4. Bremer & Brückmann, Juliusstraße

Im Keller der Fabrik Bremer & Brückmann, Juliusstraße 1, wurden bei einem Bombenangriff am 19.5.1944 73 polnische Zwangsarbeiterinnen getötet, weil die Kellerdecke einbrach. Wir schlagen am Neubau an der Ecke Broitzemer Straße 1 eine Tafel mit folgendem Text vor:


IM KELLER DER BLECHWARENFABRIK BREMER & BRÜCKMANN
STARBEN BEIM BOMBENANGRIFF AM 19. MAI 1944
73 POLNISCHE ZWANGSARBEITERINNEN.
FAST DIE HÄLFTE DER LUFTKRIEGSOPFER IN BRAUNSCHWEIG
WAREN AUSLÄNDISCHE ARBEITERINNEN UND ARBEITER.
ÖFFENTLICHE LUFTSCHUTZRÄUME DURFTEN SIE NICHT BETRETEN.


Bezirksrat Westliches Ringgebiet

 


5. Brünings Saalbau

Am Damm 16 befand sich der beliebte Brünings Saalbau mit Luftschutzkeller. Hierhin flüchtete am 10. Februar 1944 eine große Zahl der BesucherInnen des Kinos im gleichen Haus. Sie alle wurden durch Bomben getötet (vgl. unsere Dokumentation "Braunschweig im Bombenkrieg“, Bd. I, S. 97). Für eine in den Fußweg einzulassende Bronzetafel schlagen wir folgenden Text vor:


BRÜNINGS SAALBAU, DAMM 16, WURDE AM 10. FEBRUAR 1944
DURCH BOMBEN ZERSTÖRT. IN SEINEM LUFTSCHUTZKELLER
STARBEN EINE GROSSE ANZAHL FRAUEN UND KINDER.


Bezirksrat Innenstadt

 


6. Schießstand Buchhorst

- bereits umgesetzt - wird umgestaltet

Schießstand Buchhorst

Die Braunschweiger Buchhorst ist ein beliebtes Ausflugsziel. Was kaum bekannt ist: 150 Meter vom Hotel Aquarius entfernt erinnern die Ruinen eines Schießstandes an einen Ort von Gewalt, Mord und Tod. Von 1940 bis 1945 wurden dort Deserteure, Kriegsgefangene, Widerstandskämpfer und Zwangsarbeiter hingerichtet. Es gibt nur wenige Dokumente und Zeitzeugenberichte über die Geschehnisse an diesem Ort.

Um den Ort für die Erinnerung zu bewahren, hat das Friedenzentrum mit einer Künstlergruppe der HBK und mit Unterstützung des Kloster- und Studienfonds dort eine Gedenkstätte errichtet. Vier Skulpturen setzen das Thema künstlerisch um, Plexiglasplatten im ersten Kugelfang nennen die Namen der bekannten Opfer. Rote Fäden visualisieren die Schusslinien der Hinrichtungskommandos.

Einige der in der Buchhorst erschossenen Opfer:

Otto Kauffelt – 08.01.1940
Albert P. – 11.03.1940
Wilhelm Noethlichs – 08.05.1942
Walter Grieble – 10.06.1942
Walter Schulz – 22.12.1942
2 Soldaten Januar – 1943
Marcel Wastelain – 01.06.1944 (aus Belgien)
Cap. Cdt. Arnould van de Walle (aus Belgien) – 16.06.1944
Walter Siebert – 15.08.1944
Eduard Ortmayer  09.03.1945
3 Soldaten April 1945

Bezirksrat Wabe-Schunter-Beberbach



7. Das Volksfreundhaus Schloßstraße 8

- bereits umgesetzt -

Das Volksfreundhaus war 1933 Folterstätte und "Schutzhaft"gefängnis. Bis vor wenigen Jahren gab es nur nur im inneren Eingangsbereich eine größere Gedenkplatte, die jedoch von außen kaum sichtbar ist. Eine kleine Erläuterungstafel im Stil der Geschäftsschilder außen links vom Eingang wurde bereits einmal von Randalierern zerstört. Sie ist zwar inzwischen wieder hergerichtet worden, fällt jedoch nicht ins Auge und schildert die allgemeine Geschichte des Hauses. Das Friedenszentrum hat am 10. Mai 2005 eine solidere, auffälligere Tafel im Stil der an den übrigen Gedenkpunkten vorgeschlagenen Tafeln an der äußeren Hauswand an der Ecke zum Ackerhof angebracht.

Mehrere Tage lang brannte auf dem Ackerhof ein Scheiterhaufen, auf dem die Bücher der Volksbuchhandlung, das gesamte SPD-Parteiarchiv, die Akten der Gewerkschaften, der AWO, der Falken und des Freidenkerverbandes verbrannt wurden. Dieser ersten Bücherverbrennung folgten um den 10.5.1933 weitere in ganz Deutschland, so auch vor dem Schloss in Braunschweig.

Die angebrachte Tafel hat den Text:


AM 9.3.1933 STÜRMTE DIE ZWEI TAGE VORHER AUS SA UND SS
AUFGESTELLTE "HILFSPOLIZEI" DAS VOLKSFREUNDHAUS,
INHAFTIERTE, FOLTERTE UND TÖTETE GEGNER.
MEHRERE TAGE LANG BRANNTE AUF DEM ACKERHOF EIN SCHEITERHAUFEN,
AUF DEM DIE BÜCHER DER VOLKSBUCHHANDLUNG,
DAS GESAMTE SPD-PARTEIARCHIV, DIE AKTEN DER GEWERKSCHAFTEN
UND ANDERER VERBÄNDE VERNICHTET WURDEN.

 

8. Aktienziegelei, Broitzemer Straße 250


In einer 1943 eingerichteten Baracke der Aktienziegelei, Broitzemer Straße 250, heute Münchenstraße / Ecke Nordauffahrt zur Tangente, befand sich ein Entbindungsheim für "Ostarbeiterinnen" (Zwangsarbeiterinnen aus Polen und der Sowjetunion). Näheres erläutert der vorgeschlagene Text für eine Tafel, die neben einer auszuschreibenden und (besonders für den vorbeifließenden Verkehr) gut sichtbaren Skulptur anzubringen wäre:



AN DIESER STELLE BEFAND SICH VON MAI 1943 BIS APRIL 1945
EIN "ENTBINDUNGSHEIM FÜR OSTARBEITERINNEN".
9 TAGE NACH DER ENTBINDUNG WURDEN DIE MÜTTER WIEDER ZUR ARBEIT GEZWUNGEN,
DIE SÄUGLINGE BLIEBEN IM ‚HEIM‘. MINDESTENS 489 VON IHNEN STARBEN HIER
AN DEN FOLGEN VON UNTERERNÄHRUNG UND VERNACHLÄSSIGUNG.
SIE WURDEN VERBRANNT ODER AUF DEM AUSLÄNDERFRIEDHOF
AM BRODWEG UND DEM FRIEDHOF HOCHSTRAßE VERSCHARRT.



Bezirksrat Westliches Ringgebiet



9.– 11. ‚Judenhäuser’

- Ferdinandstraße  9 bereits umgesetzt -

Ein Gesetz nahm 1939 den jüdischen MitbürgerInnen jeglichen Mieterschutz. Sie mussten zusammen in Häuser ziehen, die in jüdischem Besitz waren und ‚Judenhäuser’ genannt wurden.

Von 7 solchen Häusern in Braunschweig existieren heute nur noch bzw. wieder: Hennebergstraße 7, Ferdinandstraße 9 und Am Gaußberg 1. Nachdem am 8.12.2006 vier Stolpersteine vor dem Haus Hennebergstraße 7 in den Fußweg eingelassen wurden, wurde am Haus Ferdinandstraße 9 am 12.4.2010 folgende Tafel angebracht:


DIESES HAUS WURDE 1939 EIN SO GENANNTES ‚JUDENHAUS’.
IHRER WÜRDE BERAUBT, MUSSTEN JÜDISCHE MITMENSCHEN HIER LEBEN.
CHARLOTTE, FRITZ UND MIRIAM HIRSCH EMIGRIERTEN 1940 NACH BRASILIEN.
ISIDOR BARON UND KÄTHE ZIEGELSTEIN STARBEN HIER.
IN DAS GHETTO WARSCHAU ODER IN DAS KONZENTRATIONSLAGER
THERESIENSTADT WURDEN 1942/43 DEPORTIERT:
AMALIE UND LUISE BARON, FRANZISKA DEPPE, ROSA FALK, LINA NACHOD,
FRITZ, MOSES UND ROSA SECKELS, ANNA UND ROBERT WEIL.


Die Tafel wurde gestiftet von Herrn Kliemke (Inhaber der Fa KEW Guss GmbH). Herr Kliemke hielt bei der Einweihung eine kurze Ansprache.


Namen für das Haus Am Gaußberg 1:

IDA BERGER, BERTA FRIEDLAND, GERDA LEYSER
ABRAHAM-MELOCH UND THEODORA WOLFFS

Bezirksrat Innenstadt

 


12. Münzstraße 17

In der Münzstraße 17, heute Landgericht, tagte das berüchtigte ‚Sondergericht‘ und fällte u.a. 92 Todesurteile. Bisher gibt es nur eine kleine Tafel innen im 1. OG vor dem Hauptverhandlungssaal, die an die jüdischen Juristen erinnert. Vorgeschlagen wird eine Tafel außen am Haupteingang oder, mit einer Skulptur kombiniert, an der Nordseite:



IN DIESEM GEBÄUDE TAGTE VON 1933 BIS 1945
DAS NATIONALSOZIALISTISCHE ‚SONDERGERICHT BRAUNSCHWEIG‚.
SEINE RICHTER VERSAHEN DAS UNRECHT MIT DEM SCHEIN DES RECHTS,
UM POLITISCHE GEGNER UND MINDERHEITEN
BRUTAL ZU UNTERDRÜCKEN UND IN VIELEN FÄLLEN ZU ERMORDEN.
DAS SONDERGERICHT FÄLLTE 92 TODESURTEILE.
NACH DEM KRIEG ARBEITETE HIER STAATSANWALT FRITZ BAUER
FÜR AUFKLÄRUNG UND SÜHNE DER VERBRECHEN.



Bezirksrat Innenstadt



13. Das Untersuchungshaftgefängnis Rennelbergstraße 10

Das Untersuchungshaftgefängnis war von 1933 bis 1945 ‘Schutzhaftgefängnis’ für willkürlich verhaftete ‘Oppositionelle’. Unser Vorschlag: Anbringen einer Tafel mit dem folgenden Text neben dem Haupteingang:

DIE BRAUNSCHWEIGER POLITISCHE FÜHRUNG UND DIE GESTAPO
BENUTZTEN DAS GEFÄNGNIS RENNELBERG ZWISCHEN 1933 UND 1945,
UM ANDERSDENKENDE, POLITISCHE GEGNER UND JUDEN
OHNE GERICHTSURTEIL EINZUSPERREN. DIE MEHRZAHL DIESER HÄFTLINGE
WURDEN IN KONZENTRATIONSLAGER DEPORTIERT,
DORT UNMENSCHLICH BEHANDELT UND OFT ERMORDET.


Bezirksrat Westliches Ringgebiet



14. Das Haus Altes Ministerium, Bohlweg 51

- bereits umgesetzt -

Das Haus war von 1933 bis 1938 Geheime Staatspolizeistelle. Wir schlagen eine Bronzetafel im Fußweg vor mit dem Text:

DAS HAUS BOHLWEG 51, IM KRIEG ZERSTÖRT, DIENTE VON 1933 BIS 1938
ALS LEITSTELLE DER GEHEIMEN STAATSPOLIZEI.
HIER UND AB 1938 IN DER LEOPOLDSTRAßE 24/25
WURDEN GEGNER UND ANDERE VERFOLGTE
DER NATIONALSOZIALISTISCHEN DIKTATUR VERHÖRT, INHAFTIERT
UND GEFOLTERT. VIELE WURDEN IN KONZENTRATIONSLAGER VERSCHLEPPT.


Bezirksrat Innenstadt



15. Das Haus Leopoldstraße 24/25

Das Haus war von 1938 bis 1945 Geheime Staatspolizeistelle. Wir schlagen eine Bronzetafel im Fußweg des Bruchtorwalls oder eine einfache Eisentafel an der Hauswand vor mit dem Text:

 

DAS HAUS LEOPOLDSTRASSE 24 / 25 DIENTE VON 1938 BIS 1945
ALS ALS LEITSTELLE DER GEHEIMEN STAATSPOLIZEI.
HIER UND VON 1933 BIS 1938 IM BOHLWEG 51
WURDEN GEGNER UND ANDERE VERFOLGTE
DER NATIONALSOZIALISTISCHEN DIKTATUR VERHÖRT, INHAFTIERT
UND GEFOLTERT. VIELE WURDEN IN KONZENTRATIONSLAGER VERSCHLEPPT


Bezirksrat Innenstadt

 


16. Ehemaliges Schloss

- bereits umgesetzt -

Im ehemaligen Schloss, heute ECE-Center mit Schlossfassade, befand sich eine SS-Junkerschule, die ein Außenlager des KZ Buchenwald umfasste und KZ-Aufseher und -Schergen ausbildete. Vor dem Schloss fand am 10.5.1933 eine Verbrennung von Büchern statt, die das NS-Regime aus den Bibliotheken entfernen ließ.

Der Rat der Stadt hat eine Gedenktafel beschlossen, die am 23. Juni 2010 eingeweiht wurde.

 

"DAS WAR EIN VORSPIEL NUR,
DORT WO MAN BÜCHER VERBRENNT,
VERBRENNT MAN AUCH AM ENDE MENSCHEN"
HEINRICH HEINE, AUS: ALMANSOR.
AN DIESER STELLE VERBRANNTEN DIE NATIONALSOZIALISTEN AM 10. MAI 1933
IM RAHMEN DER AKTION "WIDER DEN UNDEUTSCHEN GEIST"
ÜBER 1000 WERKE VOR ALLEM JÜDISCHER, SOZIALDEMOKRATISCHER,
MARXISTISCHER UND PAZIFISTISCHER AUTOREN.


Bezirksrat Innenstadt



17. Außenkommando des KZ Neuengamme "SS-Reitschule"

Zwischen der Hans-Porner-Straße 20 und der Ecke Schefflerstraße befand sich an der Salzdahlumer Straße das Außenkommando des KZ Neuengamme "SS-Reitschule", ein Zwangsarbeiterinnenlager mit 750 weiblichen Häftlingen.

Vorgeschlagen haben wir eine Tafel an der Salzdahlumer Straße / Ecke Schefflerstraße mit folgendem Text:


AN DIESER STELLE BEFAND SICH 1945 DAS
AUSSENKOMMANDO DES KONZENTRATIONSLAGERS NEUENGAMME ‚SS-REITSCHULE‘.
DIE CA. 700 HIER EINGEPFERCHTEN JÜDINNEN
WURDEN SCHWERSTER ARBEIT, SOWIE HUNGER, KÄLTE, KRANKHEIT
UND MISSHANDLUNGEN AUSGESETZT UND IN VIELEN FÄLLEN ERMORDET.
STELLVERTRETEND FÜR ALLE OPFER SEIEN GENANNT
IRENE HEIMER (25 J.), MAGDA POLLAK (18 J.)
ANNA BLAU (35 J.), JUDITH MAROSI (18 J.)
HERMINE BERKOWITZ (32 J.), MARIA BERKOWITZ (17 J.).


Die Stadt hat 2013 eine Tafel mit einem anderen Text aufgestellt.



18. (Sammel-) Lager für Sinti

Zwischen Sandanger und Wendener Weg in Veltenhof befand sich an den Hafenbahngleisen ein (Sammel-)Lager für Sinti, von dem aus 124 Menschen am 3. März 1943 ins Konzentrationslager Auschwitz verschleppt wurden. Im Rathaus gibt es seit 2003 eine Mahntafel für die Opfer. Wir schlagen dennoch eine Tafel und/oder Skulptur am Anfang des Sandangers / Ecke Pfälzer Straße vor, wie es auch die Sinti wünschen. Text in Anlehnung an denjenigen im Rathaus.

Bezirksrat Rühme



19. Ehemaliger Garnisonfriedhof – jetzt Katharinenfriedhof

Auf dem ehemaligen Garnisonfriedhof sind unter anderem in der Buchhorst erschossene Deserteure ohne Namen (jeweils als "Unbekannter Soldat" – ca. 8 Gräber) bzw. Stein begraben, wie die Tochter des damaligen Friedhofsgärtners bezeugte, die die Gräber bis zu ihrem Tode gepflegt hat. Das Friedenszentrum hat die Zeugnisse über 13 Erschossene. Deren Gräber sollten mit Namen gekennzeichnet werden, soweit sie identifiziert werden. Wir schlagen folgenden Text für einen Gedenkstein vor:
Der Katharinenfriedhof war ein größeres Gelände, auf dem 1962 die neue Mensa mit Parkplatz fertiggestellt wurde. Der erhaltene Teil, der ehemalige Garnisonfriedhof, wurde 1753 erstmals erwähnt. Hier sind im I. und II. Weltkrieg Soldaten und ausländische Kriegsgefangene und 1940 bis 1945 zum Tode verurteilte Deserteure begraben worden. Grabsteine mit der Aufschrift „Unbekannter Soldat“ weisen zumeist auf in der NS-Zeit in der Buchhorst erschossene Deserteure hin. Ihre Namen sollten nach Hitlers Willen ausgelöscht werden, weil sie nicht kämpfen "wollten". Sie mussten in der Morgendämmerung vom Friedhofsgärtner Oppelt heimlich eingegraben werden.

 

FRIEDEN AUF ERDEN MUSS MENSCHENRECHT WERDEN.


Bezirksrat Nordstadt



20. Relief "Phoenix aus der Asche"

An der Rückwand des ehemaligen Verwaltungsgerichts befindet sich im "Stillen Winkel" hinter der Katharinen-Kirche das Relief "Phoenix aus der Asche", das auf den Wiederaufbau der Stadt Braunschweig nach ihrer Zerstörung im Zweiten Weltkrieg Bezug nimmt. Jedoch ist die dargestellte Symbolik dem Bürger nicht verständlich, wenn nicht ein Zusatzschild die Bedeutung erklärt. Wir schlagen daher folgenden Text für ein Zusatzschild vor:


PHOENIX AUS DER ASCHE, 1959
VON KARL-HEINZ MEYER (1927-96).
ER LEHRTE AN DER WERKKUNSTSCHULE (HEUTE HOCHSCHULE FÜR BILDENDE KÜNSTE).
ER WAR DER ERSTE TRÄGER DES RUDOLF-WILKE-PREISES 1953
UND ERINNERTE MIT DIESEM RELIEF AN DEN WIEDERAUFBAU DER STADT
NACH DEM ZWEITEN WELTKRIEG.
„SCHON VERLOREN GEGLAUBT, ERSTEIGT ER NEU AUS DER ASCHE“ (ÄGYPTISCH)


Bezirksrat Innenstadt

 


21. Ehem. Kriegsgefangenen- und Flüchtlingslager Griegstraße

Vorgeschlagen wird eine Gedenktafel. Sie wurde im Juni 2012 von der Stadt errichtet.

Bezirksrat Südstadt – Rautheim-Mascherode

 


22. Kolonialdenkmal östl. Ende der Jasperallee

Trotz der bisher angebrachten Zusatzschilder erfordern die Umgebung und Kommentierung dieses von 1925 stammenden Denkmals eine Neugestaltung, die mehr Aufmerksamkeit erzeugt und lesbarer ist.

Bezirksrat Östliches Ringgebiet

 


23. Hiroshima-Ufer

- bereits umgesetzt -

Hiroshimaufer am Theaterpark

Auf Vorschlag des FZ hat der Bezirksrat Innenstadt 2013 diese Wegbenennung beschlossen.Hiermit wurde die Gedenkarbeit des Friedenszentrums gewürdigt, das an diesem Ort seit 2005 jährlich eine Gedenkfeier zum Hiroshima- und Nagasaki-Tag ausrichtet. Hier wird traditionell ein Kerzenfloss zu Wasser gelassen, während eine Lesung stattfindet. Eingeleitet wird die Veranstaltung durch eine Kerzenprozession durch den Theaterpark. Gewünscht war allerdings, den gesamten Verbindungsweg Staatstheater – Fallersleber Tor so zu nennen. Eine Gedenktafel wäre eine gute Perspektive, um den Ort noch besser in das Stadtbild zu integrieren und den Sinn der Benennung zu verankern. Ein Anfang könnte ein erklärendes Schild sein, das Besucher und Einwohner auf den Weg im Park aufmerksam macht, der von vielen Spaziergängern genutzt wird und jetzt erst - auch wenn dieses nur für einen Teilabschnitt gilt - einen Namen bekommen hat.

Bezirksrat Innenstadt

 

 

Submit to FacebookSubmit to Google PlusSubmit to TwitterSubmit to LinkedIn