» 2013
Die schrecklichen Zwillinge müssen gehen!
Die grundlegenden Prozesse in Atomreaktoren sind dieselben wie bei Atomwaffen, stellt Helmut Käss, seit Jahren aktives Mitglied des Braunschweiger Friedenszentrums und Hausarzt im Ruhestand, klar. 1998 bezogen die Internationalen Ärzte gegen den Atomkrieg (IPPNW) aus medizinischer Sicht Position für einen Ausstieg auch aus der Atomenergie. Atomenergie sei seiner Meinung nach auf allen Ebenen inakzeptabel: gefährlich für die Gesundheit, sie berge das Risiko katastrophaler Strahlenfreisetzung und sei leicht zu verbinden mit der Herstellung von angereichertem Uran und Plutonium, die für Atomwaffen verwendet werden können.
Fehlinformationen
Bedauerliche Fehlinformationen sind verbreitet worden, auch von erfahrenen Experten und in Materialien für den Schulunterricht, die die Risiken ionisierender Strahlung herunterspielen. Für die Ärzte gibt es keine effektive Behandlung für die katastrophalen Folgen einer Atomexplosion oder eines Reaktordesasters. Wenn die Notwendigkeit zu verhüten, was man nicht kontrollieren kann, so groß ist, ist es offensichtlich, dass weder Atomwaffen noch Atomenergie Platz in einer sicheren, nachhaltigen Welt haben können.

Aus der Reihe - WEGE ZU EINER KULTUR DES FRIEDENS - November 2013:
Vortrag von Orhan Sat am 15.11.2013
Am Donnerstag begrüßten wir in unserer VHS-Reihe - Wege zu einer Kultur des Friedens - Orhan Sat als Referenten, der zuletzt vor zwei Jahren über die Türkei informierte. Sein Thema diesmal war "Arabellion zwischen dem arabischen Frühling und dem panislamischen Winter - Demokratie ohne Demokraten".
Zunächst wurde noch einmal geschildert, wie es zu den Revolutionen kam. Die Bevölkerungen weisen einen hohen Anteil an Personen zwischen 20 und 30 Jahren auf, dieser liegt bei 42% - 57%. Eine hohe Rate von Arbeitslosigkeit um die 30% und Perspektivlosigkeit veranlasste die jungen Menschen dazu ihr Schicksal selbst in die Hände zu nehmen.
Während die Revolutionen in Tunesien und Ägypten weitestgehend friedlich verliefen, kam es in Libyen und Syrien zu kriegerischen Kämpfen mit Waffeneinsatz. Eine zentrale Rolle hierbei spiele die Positionierung des Militärs. So entschied sich in den ersten beiden Fällen das Militär, nicht gegen die Bevölkerung vorzugehen. In Libyen war es gespalten und in Syrien sei es direkt eingesetzt worden, um friedlich organisierte Massendemos blutig niederzuschlagen.

Aus der Reihe - WEGE ZU EINER KULTUR DES FRIEDENS - Oktober 2013:
Vortrag von Gabriele Canstein am 24.10.2013
Für das Braunschweiger Friedenszentrum sprach Gabriele Canstein, Germanistin und Politologin aus Braunschweig, am 24.10. in der VHS über den Expressionismus in der Lyrik. Den Rahmen bildeten die Vortragsreihe WEGE ZU EINER KULTUR DES FRIEDENS und das Projekt des Friedenszentrums zu „Aufstieg und Niedergang 1913“.
Letzteres soll einen Kontrast zum Programm der Stadt „Monarchie und Moderne – Braunschweig 1913“ anbieten. Deshalb war an diesem Tag neben dem Friedenszentrum auch der Arbeitskreis „AK Jetzt schlägt´s 13“ Mitveranstalter.
Den thematischen Hintergrund fasste Frau Gerlach, Vorstandsmitglied im Friedenszentrum, in ihrer Einführung zusammen. Zudem erwähnte sie die Veröffentlichung einer selbst recherchierten und produzierten Broschüre des Friedenszentrums, die die Arbeiter- und Friedensbewegung um das Jahr 1913 beschreibt. Diese kostet 6 Euro und kann beim Friedenszentrum erworben werden (www.friedenszentrum.info).

Aus der Reihe - WEGE ZU EINER KULTUR DES FRIEDENS - August 2013:
Vortrag von Ingrid Meyer-Legrand am 15.08.2013 im Rahmen unserer Ausstellung
Der Vortrag der Berliner Psychotherapeutin Ingrid Meyer-Legrand wurde am 15.08.2013 im Speicher der Alten Waage vom Friedenszentrum Braunschweig in seiner Reihe WEGE ZU EINER KULTUR DES FRIEDENS präsentiert. Er bezog sich auf die aktuell vom Friedenszentrum im Rahmen seines Projekts zum „Jubiläumsjahr 1913“ im Foyer der VHS Alte Waage gezeigte Ausstellung. Bis zum 6.9. läuft dort die Ausstellung „Von Kriegszitterern, Sanitätsoffizieren und Helferinnen – Trauma und Psychiatrie im Ersten Weltkrieg“.
Als der Vortrag startete, erwartete die Vortragende ein gespanntes Plenum. Zunächst erklärte Frau Meyer-Legrand, was genau ein Trauma ist. Es resultiert immer aus einem schlimmen Ereignis, das die psychischen Kapazitäten eines Menschen sprengt. Wird das Trauma dann gar nicht oder falsch aufgearbeitet, entsteht für die betroffene Person ein großes Problem, das ihm sein normales tägliches Leben unmöglich machen kann. Die Umwelt der Person hat dabei einen ausschlaggebenden Einfluss auf die Intensität der Symptome. In einer besonders harten Art und Weise sind Soldaten davon betroffen. So wurden im Irakkrieg 4.486 US-Soldaten getötet – nach ihrem Einsatz selbst getötet haben sich 2.676! Und sehr viele kämpfen immer noch gegen die Folgen des Kriegseinsatzes. 2011 gab es bei der Bundeswehr 922 posttraumatisierte Störungen.
Das Braunschweiger Friedensbündnis übergab am 8. Juli 2013 die Flagge der MAYORS FOR PEACE im Rathaus an Ratsmitglied Susanne Schmedt (GRÜ). Der Oberbürgermeister und sein 1. Stellvertreter sind in Urlaub, einen weiteren Stellvertreter konnten wir nicht finden; aber weltweit wird mit dem Flaggentag auf die Verantwortung der Bürgermeister und der Politiker für den Frieden hingewiesen. Das Friedenszentrum hatte das OB-Büro gebeten, dass das Rathaus die Flagge anschaffen und zeigen sollte, da Braunschweig Mitglied ist – so wie es Salzgitter und Wolfenbüttel getan haben. Aber BS weigert sich.
Der 8. Juli 1996 war der Tag, an dem der Internationale Gerichtshof die Atomwaffen in strenger Form ächtete. Seither haben alle 5 Jahre Nichtweiterverbreitungskonferenzen stattgefunden ohne großen Erfolg.
Wenn die Regierenden es nicht schaffen, so die Meinung der MAYORS, dann müssen die Menschen an der Basis damit anfangen Druck auszuüben. Schließlich haben die Mayors bei den Konferenzen zur Abschaffung Rederecht. Und die BewohnerInnen der Städte wären die ersten, die den Tod erleiden müssten. Daher heißt die Kampagne: Cities are not Targets!
Wir bitten weiterhin um Spenden für die Flagge, die 100 € kostete.
Das Friedenszentrum gratuliert unseren ausländischen MitbürgerInnen zur Einweihung des Hauses der Kulturen. Als Mitglied dieser BürgerInneninitiative fanden wir uns zwischen dem Stand der türkisch-islamischen Gemeinde DITIB und dem Verein BABS (Bienvenue aux Ateliers de Basse-Saxe), dem Verein der französischen Muttersprachler. Ingeborg Gerlach, Gudula Wegmann und Daniel Gottschalk führten viele Gespräche und sammelten kräftig Unterschriften für unsere Aktion "Aufschrei - Stoppt den Waffenhandel."
Trotz des schlechten Wetters hatte das Fest eine hohe Besucherzahl. Wir hoffen, dass den BesucherInnen nicht nur das große kulinarische Angebot, sondern auch die dringende Notwendigkeit der Arbeit für Frieden in Erinnerung bleibt!
Eindrücke einer Begegnungsreise nach Palästina und Israel
Mit vielen Eindrücken kehrte eine Reisegruppe aus dem Bereich der Braunschweiger Landeskirche unter der Leitung von Pfarrer Eckehard Binder von einer Reise aus dem Heiligen Land zurück.
Auf dem Plan standen vor allem Besuche bei christlichen Gemeinden, Einrichtungen und Projekten, aber auch in einem Flüchtlingslager und in der Stadt Hebron.
Den stärksten Eindruck hinterließen die folgenden Begegnungen:
Mit einer christlich-palästinensischen Familie auf ihrem Weinberg südlich von Bethlehem. Seit mehr als 30 Jahren versuchen jüdisch-israelische Siedler aus der Umgebung sie von ihrem angestammten Land zu vertreiben. Mit ausländischer Hilfe halten sie jedoch an ihrem Begegnungs- und Versöhnungsprojekt mit dem Namen „Zelt der Völker“ fest unter dem Motto „Wir weigern uns, Feinde zu sein“.

Aus der Reihe - WEGE ZU EINER KULTUR DES FRIEDENS - Mai 2013:
Am 16.5. präsentierte die Literaturgruppe des Friedenszentrums vor 30 Gästen im Speicher der Alten Waage im Rahmen unserer Reihe WEGE ZU EINER KULTUR DES FRIEDENS eine Lesung zum Friedensnobelpreisträger Albert Schweitzer.
Sie war einer der Beiträge zu unserem Projekt „1913 - Aufstieg und Niedergang“. Der Dom hatte eine Ausstellung und einen Film zu Albert Schweitzer gezeigt. Dort war übrigens auch sein Braunschweiger Konzert aus den Zwanziger Jahren nachgespielt worden, mit dem er Spenden einwarb.
Die Literaturgruppe des Friedenszentrums rückte den Pazifisten und Humanisten in den Vordergrund und beleuchtete und seine menschliche Seite näher. Wir stellten ihn als 9. Persönlichkeit in unserer Reihe „Berühmte PazifistInnen“ vor. Dieser Aspekt bleibt leider bei der „Prunk- und Adelsperspektive“ in der Mehrheit der städtischen Projekte zu „1913“ auf der Strecke.
Global Day of Action against Military Spending
3. Weltweiter Tag von Aktionen gegen Militärausgaben am 15. April 2013.
Am 3. April wurde von Prof. Walter Göhring aus Wien die jetzt in der Alten Waage vom Friedenszentrum präsentierte Ausstellung zu Friedensnobelpreisträger Alfred Fried eröffnet. Göhring schrieb 2006 die erste Biographie zu Fried und gehört zu den Autoren der Ausstellung.
Eindrucksvoll schilderte Göhring verschiedenste Facetten des Schaffens von Alfred Fried. 1911 hatte er, der eng mit Bertha von Suttner zusammenarbeitete, den Friedensnobelpreis für seine Verdienste um den konkreten Frieden bekommen.
Besonders interessant für das einheimische Publikum war, dass es Anfang Oktober 1920 nach 1919 die 2. Friedenskonferenz in Braunschweig gab, auf der auch Fried eine Rede hielt. So gut wie kein Braunschweiger weiß das.
Das Friedensbündnis hatte die zwei Braunschweiger Bundestagsabgeordneten Carola Reimann (SPD) und Florian Bernschneider (FDP) eingeladen, mit uns über die gefährlich angestiegenen Rüstungsexporte zu diskutieren. Wir beteiligen uns energisch an der „Aktion Aufschrei – Waffenexporte stoppen“, für die wir schon längere Zeit Unterschriften sammeln.
Dazu hatten wir unter der Leitung von Dr. Ute Lampe auch den Experten Hauke Friederichs geladen, der gerade bei der Waffenmesse in Abu Dhabi gewesen war und das aufschlussreiche Buch „Bombengeschäfte – Tod made in Germany“ herausgebracht hat. Er schreibt auch für den „Tagesspiegel“ und die „Zeit“.
Carola Reimann verwies auf das Regierungsprogramm der SPD. Das fordert eine restriktivere Waffenexportpolitik, als sie jetzt von Schwarz/Gelb betrieben wird. Ein Gremium des Bundestags soll geschaffen werden, das die größeren Exportentscheidungen der Regierung kontrollieren muss.
Aus der Reihe - WEGE ZU EINER KULTUR DES FRIEDENS - Februar 2013:
Vortrag von Helmut Käss über Hiroshima und Fukushima am 21.02.2013:
Der Vortrag von Helmut Käss, den er am 21.2.2013 im Rahmen unserer Vortragsreihe WEGE ZU EINER KULTUR DES FRIEDENS hielt, war in drei Teile gegliedert: Zunächst zeigte er den ungefähr 20 anwesenden Personen ein paar Bilder von seiner Reise nach Japan und gab damit einen Überblick über das Thema des Abends bevor er von seinem Besuch des 20. IPPNW-Weltkongresses (Ärzte für die Verhinderung eines Atomkriegs, Ärzte in sozialer Verantwortung) im August 2012 in Hiroshima und einem anschließenden Fukushima-Ausflug erzählte. Danach ging er auf die ICAN-Bewegung ein, die sich für die Abschaffung der Atomwaffen einsetzt und deren diesjähriger Kongress direkt vor dem IPPNW-Kongress in Hiroshima stattfand. Käss ist von der Bewegung sehr fasziniert und ist dabei in Braunschweig eine Ortsgruppe zu gründen.
Was ist ICAN?

Aus der Reihe - WEGE ZU EINER KULTUR DES FRIEDENS - März 2013:
Vortrag von Gerhard Piper am 21.03.2013
Am 21.3. referierte Gerhard Piper vom Berliner Informationszentrum für Transatlantische Sicherheit (BITS) in der Alten Waage im Rahmen unserer Reihe WEGE ZU EINER KULTUR DES FRIEDENS über "Einsatz der Bundeswehr im Innern?“
Anlass dazu war der Beschluss eines Gerichts, das offensichtlich die Einsatzmöglichkeiten erweitert hat. Piper stellte seinem Vortrag die gesetzlichen Bestimmungen für Einsätze voran. Er beleuchtete bisherige Einsätze, stellte alte Szenarien aus den Zeiten des Kalten Krieges dar und ging abschließend auf aktuell denkbare Szenarien ein.
Die Gesetzestexte, die solche Einsätze beschreiben, enthalten, so Piper, viel Juristendeutsch und Interpretationsfallen, die viel verschleiern. Zudem sei der Themenbereich bisher noch so gut wie gar nicht erforscht.
Wie stellen sich die potenziellen Akteure dazu?
Aus der Reihe - WEGE ZU EINER KULTUR DES FRIEDENS - Januar 2013:
Vortrag von Prof. em. Hartmut Heuermann am 17.01.2013
In der Reihe WEGE ZU EINER KULTUR DES FRIEDENS hatte das Friedenszentrum wieder einmal Prof. em. Hartmut Heuermann von der Braunschweiger Uni eingeladen. Bekannt war er uns schon durch seine früheren Vorträge über die USA, über Ideologien und über Feindbilder geworden.
Diesmal war die zentrale Frage: Können wir auf eine Entwicklung in die Richtung Ziviler Konfliktbearbeitung (soft power) anstelle der historisch überbordenden Masse an Kriegen (hard power) hoffen? Der Amerikanist Heuermann stellte die geschichtliche Entwicklung der Kriege und die bekanntesten Autoren für Gewaltfreiheit dar und beantwortete am Ende die Entwicklung vorsichtig positiv.
So sei in Bush ein rücksichtsloser Vertreter der hard power gewesen, während seit der Übernahme der Macht durch Obama mit Zitaten aus seinen Reden zu belegen sei, dass die USA sich langsam einem veränderten, nämlich zivilisierteren Machtbegriff nähern.


